Pfadfinder-Stufe in Norwegen 2015

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Mit den großen Sommerferien stand nun auch unsere Stufenfahrt nach Norwegen auf dem Programm! Anfang August machten sich die Gruppenleiter mit 13 Pfadfinderinnen und Pfadfindern auf den Weg in den Norden. Nach einer witzigen, aber auch sehr langen und schlaflosen Nacht kamen wir schließlich in Asker an.

Trotz einiger Unstimmigkeiten wo denn nun unser Platz für die nächste Woche sei, haben wir es geschafft im strömenden Regen unsere Jurte aufzubauen. Anschließend begann auch gleich das erste Bühnenenprogramm auf diesem Lager. Leider fand dies ausschließlich auf Norwegisch statt, aber trotzdem sangen wir das erste Mal den Lagersong „Closer“ mit und auch die ersten Kontakte wurden schon geknüpft. Nach diesem spannenden Beginn war es mal wieder an der Zeit duschen zu gehen – das war allerdings nur bedingt möglich. Das Lager bot keine Duschen an und wir mussten uns auch mit Dixieklos zufrieden geben. Doch bei den Duschen wussten wir uns immerhin zu helfen und haben in der Natur, im Meer gebadet. An diesem Abend waren wir so kaputt, dass wir alle schnell schlafen gegangen sind.

Am nächsten Tag haben wir angefangen verschiedene Lagerbauten zu errichten. Dies waren zum Beispiel ein Bannermast für unsere Deutschlandfahne, damit alle anderen gleich sehen konnten woher wir kamen, eine Wäscheleine und auch einen Gartenzaun, damit unsere Nachbarn, die Iren, nicht immer auf unserem Grundstück spielten!

Zwei Tage später brachen wir zu unseren kleinen Hiks ohne die Gruppenleiter auf. Wir wurden von Bussen abgeholt und dann an verschiedenen Plätzen ausgesetzt und uns selbst überlassen. So machten wir uns in zwei getrennten Gruppen auf den Weg zu unseren Übernachtungsmöglichkeiten. Dabei haben wir häufig andere Pfadfinder aus unterschiedlichen Nationen getroffen, die Aussicht über Oslo genossen aber leider auch manchmal nach dem richtigen Weg suchen müssen. Doch wir kamen trotzdem heil und sicher an unserem Schlafplatz an und haben dort angefangen mit den mitgenommenen Planen einen Unterschlupf zu bauen. Nun hatten wir den Abend Freizeit und haben uns mit den Pfadfindern aus anderen Ländern, die ebenfalls ihre Unterkunft an diesem Ort hatten, unterhalten, gesungen und viel gelacht. Doch als der Mond schon weit oben stand, haben wir uns in unsere warmen Schlafsäcke unter der Plane verkrochen.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht, um zu dem Treffpunkt zu gelangen an dem der Bus uns abholte. Als wir nach dieser sehr ereignisreichen Nacht wieder im Lager Tett Pâ angekommen sind und auch die Gruppenleiter wiedergetroffen haben, gab es ein großes Campfire mit unserer Partnergruppe aus Midsund. Wir saßen am Lagerfeure und haben uns über Midsund und noch vieles mehr unterhalten und uns besser kennengelernt.

Am Tag darauf haben sich einige aus unserer Gruppe mit einem „Free Hugs“ Schild, das ungefähr jeder Zweite auf dem Lager hatte und einem Halstuch zum Sammeln von Unterschriften auf den Weg durch das ganze Lager gemacht. Das Schild für die Umarmungen war eine Aufgabe um Budgets für die Kluft zu bekommen, was besonders die Jüngeren als Ziel verfolgten. Bei unserem Rundgang kam man mit anderen Pfadfindern ins Gespräch, hat sich unterhalten und viele haben auch auf den Halstüchern als Erinnerung unterschrieben. Andere haben wiederrum ihr Tuch mit Pfadfindern aus anderen Nationen getauscht. An diesem Tag gab es auch noch eine Besonderheit. Es fand eine Hochzeit von zwei Pfadfindern statt die sich das Ja-Wort vor ca. 6000 Menschen gaben. Es war eine sehr rührende Situation, dies mit zu erleben. An diesem Abend gab es ein Konzert der Band „TV Experience“. Einige hatten großen Spaß daran und feierte und tanzten mit. Es war ein sehr witziger Abend mit noch sehr vielen Bekanntschaften mit weiteren Norwegern oder auch den Iren.

Am folgenden Tag gab es noch ein riesiges Trivoli, wo einige Pfadfinder verschiedene Sachen vorbereitet hatten, wie zum Beispiel einen Halstuch-, ein Waffeleisen-, ein Massagestand und noch so vieles mehr. Um diese Angebote nutzen zu können, haben wir uns Gutscheine gekauft. Diese Einnahmen flossen anschießend in ein soziales Projekt gegen Armut. Nach und nach wurde dann auch schon das Ende dieses Lagers mit dem Abschlusscampfire eingeläutet. Es wurden dabei nochmal die letzten und besten Songs gerockt und auch noch fleißig Tücher getauscht und weiter Unterschriften gesammelt.

So schnell verging auch schon die erste Woche und nachdem wir abgebaut und den Platz gereinigt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserer Partnergruppe in Midsund mit einer Fahrzeit von nochmal 16Stunden.

Doch es war eine sehr außergewöhnliche Fahrt, da wir noch in Trollstigen hielten. Das ist eine Serpentinenstraße entlang eines Wasserfalls. Als wir oben ankamen, ging langsam die Sonne hinter den riesigen Bergen unter und warf ein ganz besonderes Licht auf das Tal. Als die Sonne schließlich vollends untergegangen war, wurde es schnell dunkel, windig und regnerisch, sodass wir wieder in unsere Busse flüchteten. Da man bei dieser atemberaubenden Landschaft mit den riesigen Bergen viel aus dem Fenster schaute, wurden die Augen immer schwerer und schließlich schlief der ganze Bus. Als wir unsere Augen nach einer langen Zeit wieder öffneten, fuhren wir gerade mit einer kleinen Fähre zur Insel Midsund, während man am Horizont die schneebedeckten Berge sah. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, gebadet und unser Lager eingerichtet hatten, kam unsere Partnergruppe. Diese backten für uns Pancakes und brachten uns sogar traditionell norwegische Pfadfinderlieder bei.

Am nächsten Tag brachen wir zu einer Wanderung auf einem Berg mit einer Höhe von ca. 800 m mit den anderen Pfadfindern auf. Auf Meereshöhe wurde uns noch gesagt wir brauchen keine warme Kleidung. Deshalb nahmen wir nur wenig und leichtes Gepäck mit. Auf dem Weg zum Gipfel hatte man eine atemberaubende Aussicht und mit jedem Höhenmeter wurde diese immer besser. Man sah die Insel und auch alle kleinen Nachbarinseln, sowie die schneebedeckten Berge am Horizont. Oft wollte man sich umdrehen, damit man die Aussicht genießen konnte, doch da der Weg sehr steil war und man sich festhalten musste, konnte man die Aussicht meist nur in den Pausen genießen. Leider wurde das Wetter immer schlechter und es begann schließlich zu regnen, aber auch das hielt uns nicht davon ab weiter zugehen. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir den Gipfel und trugen uns natürlich sofort in das Gipfelbuch ein. Doch nicht zu toppen war der rundum Blick über die ganze Insel und den Atlantik. Es war ein magischer Moment diesen Ausblick, bei Regen auf einem ziemlich kleinen Felsgrad, zu genießen. Doch mit der Zeit wurde uns kalt, weil die Kleidung nass war und es auf dem Gipfel sehr stürmisch war. Darum entschlossen wir uns den Weg nach unter wieder anzutreten und nicht weiterzugehen. Nach insgesamt 4 ½ Stunden Wanderung kamen alle wieder heil an den Bussen an und wir freuten uns auf warme Kleidung und einen Kakao. Der nächste Tag auf der Insel begann genauso abenteuerlich wie der letzte. Die Pfadfinder aus Norwegen liehen uns ihre Kanus und so paddelten wir ein paar Stunden im Atlantik. Das Wasser war ganz klar und wir sahen die Insel nun auch aus einer ganz anderen Perspektive. Anschließend wurden wir auf ein großes Fischerboot eingeladen. Die Besitzerin erzählte uns, dass hier sogar schon die königliche Familie Platz genommen hatte. Sie fuhren mit uns hinaus auf den Atlantik damit wir dort Fisch angeln konnte, der die Zutat für die angeblich beste Fischsuppe dieser Insel werden sollte. Sobald der Kapitän ein Zeichen gab wurden sie Leinen ins Wasser geworfen und gewartet. Unterdessen wurden wir von den Besitzern mit Tee und Kaffee verwöhnt. Nach und nach biss ein Fisch nach dem andern an und wir konnten mitansehen wie der Kapitän den noch zappelnden Fisch tötete und ausnahm. Nachdem wir dann auch die leckere und tatsächlich beste Fischsuppe der Insel probieren durften, schipperten wir langsam wieder zurück in den Hafen. Mit gefüllten Mägen fielen wir dann in unsere Schlafsäcke.

Nach so vielen Aktivitäten in den letzten Tagen beschlossen wir nun einen Pausentag einzulegen. Wir badeten, angelten, sonnten uns oder genossen einfach die grandiose Aussicht von unserem Platz auf den See und die Berge. Doch die Gastfreundschaft der norwegischen Pfadfinder war unausschöpfbar und so lud uns Hilde, eine Gruppenleiterin, die vieles für uns organisiert hatte, uns zu einem traditionell norwegischen Abendessen mit Rentierfleisch ein. Während einige den Terrassentisch deckten, schnippelten die andern in der Küche fleißig Gemüse für den Eintopf. So wurde uns später ein sehr leckeres Essen von einer Frau aus dem Norden Norwegens in typischer Kleidung serviert. Da langsam Abend geworden war, beschlossen wir noch den Sonnenuntergang an der Küste zu sehen. Das war ein sehr beeindruckendes Bild wie die Sonne langsam den Horizont küsste und immer weiter im Ozean versank. Am nächsten Morgen brach auch schon unser letzter Tag auf der Insel an. Diesen starteten wir mit einer Höhlenbesichtigung, in der während des zweiten Weltkrieges Flüchtlinge aus Frankreich Unterschlupf gefunden haben. Anschließend bekamen wir unsere erste richtige Dusche seit zwei Wochen, die uns in der Sporthalle zur Verfügung stand. Als wir wieder an unserem Platz waren, wurde sehr viel vorbereitet, weil wir an unserem letzten Abend unsere Partnergruppe zum Essen eingeladen haben. Wir bereiteten eine leckere Kartoffelsuppe vor und als unsere Gäste kamen wurde viel mit ihnen gelacht und gequatscht. Am Ende gab es noch mal ein kleines Geschenk mit einem Foto für die Pfadfinder für ihre Gastfreundschaft und das wir dort so nett aufgenommen wurden. Nach einem gemütlich ausgeklungenen Abend, wurden am nächsten Tag schnell die Zelte gepackt und der Platz gereinigt, damit wir uns auf den Weg nach Hause machen konnten, denn wir hatten immerhin fast 30 Stunden Fahrt vor uns. Nach und nach entfernten wir uns immer mehr von der Insel und überquerten die Grenze zu Norwegen, Dänemark und schließlich auch zu Deutschland. Nach einer sehr langen Autofahrt mit vielen Staus kamen wir alle sicher und heil wieder in der Gemeinde an und nach dem Ausräumen auch wieder zu Hause, wo wir von unseren Familien schon erwartet wurden und wir sofort begannen das ganze Abenteuer zu erzählen …

Diese zwei Wochen waren sehr besonders und ereignisreich. Die Freundschaften wurden immer enger und man hatte sehr viel Spaß zusammen. Wir werden die Insel immer in schöner Erinnerung behalten und auch auf dem Lager wurden Kontakte geschlossen die nun bleiben werden. Aber ein großer Dank geht an unsere Gruppenleiter Clemens, Ronny, Nick und Moritz, die dieses Sommerlager für uns geplant haben und auch zwei Wochen mit uns durchgestanden haben. Danke!

[Für die Pfadi-Stufe: Pia]


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