Roverfahrt 2016 nach Malta

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Ende letzten Jahres haben sich die Rover, sich momentan selber leiten, überlegt, wo man im Sommer die Fahrt hin verlegen könnte. Es sollte etwas sein, was noch keine Gruppe gemacht hat und trotzdem im Budget von 400€ pro Person bleiben.
Nach einigen Recherchen kamen wir auf die Idee, dass man nach Malta reisen könnte, da dort einige Pfadfinder ansässig sind. Es sollte zudem viele historische und mythologische Stätten zu besichtigen geben und man kann natürlich auch am Strand bei bestem Wetter seinen Jahresurlaub genießen.

Angemeldet hatten sich letztendlich neun Rover im Alter von 17 bis 23 Jahren, somit hatten wir eine Spanne von „Roverküken“ bis hin zu bereits inaktiven Gruppenleitern, was eine sehr erfrischende und abenteuerlustige Gruppe ergeben hat.

Im Endeffekt haben wir alle notwendigen Vorberietungen getroffen, was auch Vorpacken beinhielt, um nicht am Flughafen wegen Übergepäck mehr bezahlen zu müssen, und haben das Abenteuer Malta gewagt.

Freitag, 26.08., Tag 1:

Morgens um fünf trafen wir uns an der Gemeinde und luden alles Gepäck in die PKWs von zwei Elternteilen, die uns netterweise zum Flughafen fuhren. Nach kleinen Problemen, wie nicht funktionierenden Boarding Pässen, Pesto und einer Dose Erbsen im Handgepäck, die wir leider schon in Hamburg zurück lassen mussten, stiegen wir voller Euphorie aber noch müde von der kurzen Nacht in den Flieger, der uns nach Frankfurt brachte. Nach einem kurzen Sprint ging‘s dann mit dem nächsten Flugzeug und etwas Verspätung weiter Richtung Malta (mit einer Abkürzung, so Pilot, um die Zeit reinzuholen).

Dort sicher gelandet, stieg uns zunächst die Hitze und ein Kulturschock entgegen. Wir hatten uns auf einiges eingestellt, aber da es immer anders kommt als man’s erwartet, mussten wir uns erst einmal, in einem voll gedrängten Bus, an den Linksverkehr, ein „Wer hupt, hat Vorfahrt“ und eine brachiale Fahrweise in den engen Straßen gewöhnen.
Sicher am Platz gab’s die nächsten Überraschungen: der Platz lag zwar 200m von der Golden Bay entfernt und hat ein angrenzendes 5 Sterne Radisson Blu Hotel, aber der Platz selbst glich einem Schotterparkplatz mit Müllhalde, wo es weder viel Schatten noch fließendes Trinkwasser gab, da das Leitungswasser auf Malta gechlortes, entsalztes Meerwasser und generell schlecht verträglich ist. Somit mussten wir zunächst eine halbe Stunde mit dem Bus zum nächsten Lidl fahren und das Nötigste einkaufen. Dies lehrte uns auch einmal wieder, wie kostbar Trinkwasser ist, wie gut wir es haben und erinnerte an die Jahresaktion H2O16.

Samstag, 27.08., Tag 2:

Um uns an den Platz, die Umgebung und die Hitze zu gewöhnen und die nächsten Tage zu planen, legten wir einen Tag Pause ein. Dabei machten wir auch Bekanntschaft mit einem Leiter einer 50 Kinder starken maltesischen Pfadfindergruppe, der uns spontan zu Ihrem letzten Abend auf dem Platz einlud, um deren Pfadfinderkultur kennenzulernen. Typisch deutsch waren wir pünktlich um 8 Uhr in der kleinen Arena, die auf dem Platz liegt, mussten aber feststellen, dass wir die dort ersten waren. Nachdem dann nacheinander immer mehr Kinder mit ihren Eltern eintrafen, wurde erst einmal gegessen. Dabei fiel uns auch auf, dass maltesische Pfadfinder keine typischen Kluften tragen sondern bedruckte Shirts und Mützen, weil es auf Dauer wohl zu warm in Kluft ist. Allgemein kann man sagen, dass die Malteser sehr gastfreundlich und aktiv waren. Zwei von den Leitern kamen kurz bei uns vorbei und haben uns typisch maltesische Spezialitäten gebracht, die auch sehr gut geschmeckt haben. Dann begannen sie mit dem Abendprogramm, bei dem zeremoniell das Lagerfeuer angezündet wurde, was enorm groß angelegt war. Statt sich darum zu setzen, hatten die Pfadfinder verschiedene Lieder und Schauspiele einstudiert und luden uns oft ein, nach vorne zu kommen und mitzumachen, was uns sehr viel Spaß bereitete. Später haben wir den anderen dann auch noch „Black Pony“ gezeigt, welches das einzig einfache englischsprachige Sing-Spiel war, was uns eingefallen ist. Dieser Abend wird uns unter andrem als Highlight im Gedächtnis bleiben, da wir wirklich herzlich von den maltesischen Pfadis empfangen und in den Abend integriert wurden. Sie haben uns im Gespräch danach noch Tipps gegeben, was man denn auf Malta alles sehen muss.

Sonntag, 28.08., Tag 3:

An diesem Tag besuchten wir den bei Touris und Maltesern gleich begehrten Markt in Marsaxlokk (Marsaschlock), welches an der Südostseite der Hauptinsel liegt. Unter dem üblichen „Basargedöhns“ (Kleidung, Taschen, billige Technik) gab’s örtliche Spezialitäten wie Fisch, Honig, Gebäck und Obst.
Nach einer kurzen Mittagspause im Schatten wanderten wir bei größter Hitze einen Berg hoch und ungefähr 2 km weiter zum St. Peters Pool, der von vielen Touristen besucht wurde und eine kleine Bucht ist, in der über die Zeit das Wasser einen natürlichen 5m Sprungturm heraus gespült hat, den die meisten von uns direkt ausprobieren mussten, um den Schweiß abzuspülen. Nach einer längeren Pause in dem wenigen Schatten den wir finden konnten und uns erbaut hatten traten wir den Rückweg an und stellten erneut fest, dass unsere Busse in Hamburg besser und öfter fahren.
Wieder auf dem Platz reflektierten wir wie jeden Abend den Tag und gingen die nächsten Schritte durch bevor wir den Tag gemeinsam ausklingen ließen.

Montag, 29.08., Tag 4:

Jeden zweiten Tag nutzten wir als Pausentag, um uns nicht ständig der Sonne aussetzen zu müssen, Schlaf nachzuholen, einzukaufen, unseren Urlaub zu genießen und einfach das zu tun, worauf wir gerade Bock hatten. Oft wurde gelesen, Kartenspiele gespielt, neue Spiele ausprobiert oder geschwommen.
Wir hatten aber allgemein immer ein Rahmenprogramm, was gemeinsame Mahlzeiten, an Pausentagen Morgenrunden und abends Tagesreflektionen, Ausklänge und Planungen beinhielt. Außerdem nutzen wir die Küche auf dem Platz zusammen mit einem französischen Pärchen, mit denen wir uns auch gut verstanden haben.

Dienstag, 30.08., Tag 5:

Am darauffolgenden Tag brachen wir sehr früh nach Gozo auf, einer Insel nördlich der Hauptinsel Malta. Dort managten wir es, innerhalb eines Tages alles das zu sehen, was wir wollten und keinen Eintritt kostete, und stellten fest, dass es auf Gozo viele sehenswürdige Städte, Kirchen und Landschaftsmerkmale zu besichtigen gibt.
Wir kamen an der Cittadella in Victoria mit der Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale, dem „azure window“, einem riesigen Felsentor an der Westküste, und der Basilika Ta´Pinu vorbei, wo wir eine Tafel mit dem maltesischen Glaubensbekenntnis sahen.
Unsere letzte Station war die Ramla Bay wo es den schönsten Sandstrand der Insel gibt. Das Wasser dort war noch ein wenig großartiger und klarer als woanders und die Sonne schien stärker. Einige von uns gönnten sich eine Fahrt auf einem „Sofa“, welches hinter einem Motorboot hergezogen wurde, was sich wirklich lohnte. An diesem Strand sahen wir zudem einige Pfadfinder wieder, die uns vom Lagerfeuerabend wieder erkannten.

Mittwoch, 31.08., Tag 6, Bergfest:

Weil wir am eigentlichen Bergfestabend zu spät und zu fertig auf den Platz zurück kamen, begingen wir den Bergfesttag einen Tag später, an dem wir erneut einen Pausentag einlegten. Wir bereiteten Stockbrot vor, um den Abend mit einem Lagerfeuer nach pfadfinderischer Art ausklingen zu lassen. Auch wenn es eigentlich zu warm für ein Feuer war, war es dennoch schön, zur Mitte der Fahrt ein wenig zur Ruhe zu kommen und die bisherige Zeit und die aktuelle Gruppensituation nochmal genauer zu besprechen.

Donnerstag, 01.09., Tag 7:

Am siebten Tag unserer Fahrt haben wir einen Tagesausflug zu der historischen Hauptstadt Mdina und der jetzigen Hauptstadt Valletta unternommen. Beide Städte sind sehr sehenswert und haben ihren eigenen Charme.
Mdina ist eine sehr kleine Stadt in mitten der Insel mit großen, alten Stadtmauern und vielen kleinen Gassen und Kirchen. Im Gegensatz dazu ist Valletta sehr belebt und moderner gestaltet, wenn auch der Großteil der Gebäude heute wie früher aus Sandstein gebaut wird. Die Stadt liegt an der Ostküste und hat einen großen Hafen und alte Verteidigungsanlagen.

Freitag, 02.09., Tag 8:

Dies war der einzige Tag, an dem ein kleiner Teil der Gruppe auf dem Zeltplatz geblieben ist und der andere Teil noch die Mühen der Bus- und Fährfahrt auf sich genommen hat, um an der absolut paradiesischten Bucht der Republik zu entspannen. Die Gruppe fuhr zur Blue Lagoon auf der dritten Insel Comino. Dort verbrachten wir den Tag im kristallklaren Wasser mit Ballwerfen und Schnorcheln in einem Felstunnel. Zum Mittag aßen wir den besten Burger, den wir auf der Fahrt finden konnten.

Samstag, 03.09., Tag 9:

Bei unserer letzten Morgenrunde machten wir eine „Warme Dusche“. Hierbei bekam jeder Teilnehmer einen Zettel auf den Rücken geklebt und hatte dann die Möglichkeit, auf so viele andere Zettel, wie man möchte, etwas Positives über die Person zu schreiben. Es war schön zu sehen, dass viele der Zettel sogar umgedreht wurden, damit man noch mehr schreiben konnte, weil vorne kein Platz mehr war.

Den Rest des Tages wurde noch ein letztes Mal zum entspannen genutzt oder es wurde die Chance genutzt, das Hard Rock Café zu besuchen. Abends ließen wir die Fahrt am Strand ausklingen.
Die letzte Nacht verbrachten wir unter dem Sternenhimmel auf einer Plane, weil die Zelte schon abgebaut waren und das Wetter sich dafür anbot, was ein sehr schöner Abschluss der Fahrt war.

Sonntag, 04.09., Tag 10:

Wir verließen in aller Frühe den Platz, um auch ganz sicher den Flieger zu erwischen. Wir machten einen vierstündigen Zwischenstopp in Zürich, wo drei von uns noch vom Flughafen in die Innenstadt fuhren, um schweizerische Luft zu schnuppern. Zurück auf dem Flughafen bei der Reflektion stellten wir alle fest, dass wir die Fahrt nach Malta sehr genossen haben, und die Gemeinschaft, den Zusammenzusammenhalt und das Vertrauen in der Gruppe einzigartig waren.
Nach einiger Flugverspätung landeten wir in Hamburg und wollten bei den Wetteraussichten direkt zurück nach Malta.
Gebräunt, erschöpft, aber glücklich beendeten wir die Fahrt mit einem sehr coolen Abschlusskreis direkt auf dem Flughafen.


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