Wö-Sommerlager in Ratzeburg

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Unsere Wölflinge sind dieses Jahr mit ihren vier Gruppenleitern Sonja, Lara, Aenne und Jonas für acht Tage auf den Jugendzeltplatz Ansveruskreuz in Einhaus bei Ratzeburg gefahren.

Sonntag 31. Juli
Für alle 10 Wös war dies das erste Sommerlager und demnach waren alle sehr aufgeregt, als es morgens auf dem Parkplatz der Gemeinde zum Abschied von den Eltern kam.
Das Gepäck und Material schafften Lara und Sonja mit dem aus Hamm geliehenen Bulli zum Platz während der Rest der Gruppe mit der Bahn über den Hauptbahnhof zunächst nach Lübeck und dann nach Ratzeburg fuhr. Von dort aus wanderten wir die restlichen 3 km zum Platz, um nicht zu vergessen, dass wir eigentlich Pfadfinder sind.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, unsere drei Zelte aufzubauen und den Aufbau eines Unterstandes mit langen Armen für unsere zwei Banner vorzubereiten. Nebenbei wurde der Platz erkundet und man konnte Portemonnaies aus Leder basteln.
Gegen 18 Uhr gab es Abendessen und nach dem Abwasch gab es noch wie jeden Abend ein gemütliches Lagerfeuer. Wir hatten auch unsere eigens für diese Lager angefertigten Schwedenstühle mit im Gepäck, sodass wir nicht alle auf den Steinen um die Feuerstelle sitzen mussten.

Montag 1. August
Wir begannen die Woche ganz entspannt, kauften ein paar Dinge ein, bauten an unserem Unterstand und die Kinder konnten ihren Messerpass machen, damit sie von selbst die Gefahr, die beim Schnitzen oder auch beim Essenmachen besteht, minimieren können. Trotzdem war immer ein Leiter bei den Kindern, wenn sie schnitzen wollten. Dazu wurden erst unsere fünf Messerregeln vorgestellt, dann diese gebüffelt und später eine theoretische und eine praktische Prüfung abgehalten. Wer nicht bestand hatte im Verlauf des Lagers noch einmal die Möglichkeit, die Prüfungen zu wiederholen und am Ende erhielten alle ihren verdienten Messerpass, den sie sich in ihr Wö-Heft heften konnten.
Im Allgemeinen haben wir Leiter uns immer um einen geregelten Tagesablauf bemüht, was aber leider nicht immer machbar war, da man morgens nicht raus ins Kalte wollte (das Wetter war sehr durchwachsen), das Programm manchmal länger dauerte und die Essen Vor- und Nachbereitung dann doch plötzlich Stunden dauerte.
Der ungefähre Ablauf war aber so, dass wir um 8.30 aufgestanden sind, es dann eine kleine Morgenrunde mit einem Gebet und einem Warm-Up Spiel und dann Frühstück gab. Danach begann das jeweilige Tagesprogramm. Um 14.30 gab es entweder ein Mittagessen aus Gemüse und Brot oder es wurden die Lunchpakete ausgepackt, wenn wir gerade nicht auf dem Platz waren. Gegen 18/ 19 Uhr hatten wir nach weiterem Programm meist das warme Abendessen auf dem Tisch und abends haben wir uns vom Feuer wärmen lassen. Die Kinder hatten auch immer sehr viel Freude daran, beim Feuermachen mitzuhelfen.
Sobald unsere Banner am Unterstand hingen gab es auch eine Bannerwache, die jeden Abend wechselte. Je zwei Wölflinge konnten dann mit den Gruppenleitern noch etwas länger am Feuer sitzenbleiben, um zu gewährleisten, dass Niemand unsere Banner stahl.

Dienstag 2. August
Am dritten Tag machten wir einen Tagesauflug in das 20 km entfernte Lübeck. Ein Teil fuhr mit dem Bulli, der andere mit der Bahn. Angekommen am Holstentor merkten wir, dass wir die vorbereitete Rallye von Aennes Vater, die er selbst mit Kollegen schon durchgeführt hatte, auf dem Platz vergessen hatten. Während Aenne zurück zum Platz fuhr, um diese zu holen, genossen wir dann einfach die Sonne, die sich mal wieder blicken ließ und spielten diverse Runden Werwolf auf der Wiese vorm Tor.
Als wir dann mit der Rallye loslegen konnten, bei der wir in zwei Gruppen Lübeck erkundeten, merkten wir, dass es doch recht schwierig war, diese durchzuführen und die genauen Orte zu finden, da man ein GPS Gerät gebraucht hätte, bzw. eine App, die einem noch weitere Infos gibt, wenn man dort angekommen ist. Am Ende machten wir die offensichtlichen Aufgaben und belohnten uns mit einer Kugel Eis beim Niederegger Cafe.

Mittwoch 3. August
Eigentlich ist es Tradition bei uns im Stamm, dass man in der Mitte der Fahrt den Tag mit besonders ausgefallenem Programm und Festlichkeiten verbringt. Dieser Tag wird Bergfest genannt. Nun hatten wir an diesem Tag bescheidenes Wetter und haben das Bergfest um einen Tag verschoben und uns die Zeit mit verschiedenen Spielen vertrieben. Außerdem haben wir das bisherige Lager und die Gruppenatmosphäre reflektiert und alle Kinder einmal duschen geschickt.
Gegen Abend wurde das Wetter dann doch besser und wir haben den Tag mit einer Partie „Schlag den Leiter“ ausklingen lassen, einer abgewandelten Version von Schlag den Raab, bei der je ein Wölfling gegen einen Leiter in verschiedenen Disziplinen angetreten ist. Dies hat allen viel Spaß gemacht, zudem die Show auch durch witzige Werbeeinblendungen der Wös unterstützt wurde. Am Ende gewannen nach einem harten Duell die Kinder.

Donnerstag 4. August
An diesem besonderen Donnerstag haben wir das Bergfest mit einem Chaostag der Superlative verbunden. Wir Leiter stellten uns den Wecker besonders früh und bauten als erstes unser Grillrost auf und entfachten ein Feuer. Gleichzeitig weckten wir die Bannerwache, da es ja abends war. Die anderen Kinder weckten Sonja und Aenne, indem sie ihnen eine Gute-Nacht-Geschichte rückwärts vorlasen. Zum Frühstück gab es dann lecker Würstchen mit Ketchup oder Senf und dazu Kartoffelsalat und Krautsalat. Weiter ging es damit, dass die Gruppenleiter urplötzlich frische Fruchtsaftgetränke in der Hand hielten.

Diese galt es im Verlauf des Tages zu erwerben. Dazu gab es eine Schatzsuche, die damit begann, dass die Kinder eine Wegbeschreibung fanden, auf der als allererstes stand, dass sie den Schatz bekommen sollten. Danach wurden sie mit dem Bulli nach Ratzeburg gebracht und mussten in Begleitung eines Leiters anhand der Beschreibung den Weg zurück zum Platz finden und dabei einige Aufgaben bewältigen. Zurück auf dem Platz empfingen sie zur Belohnung Aenne und Lara mit einer Fruchtsaftbar.
Da die Sonne noch etwas schien und es von allen gewünscht war, gingen wir noch eine Runde im Ratzeburger See baden.
Danach fertigten Lara und Jonas in Mühevoller Kleinarbeit innerhalb von drei Stunden gefühlte tausend kleine Pfannkuchen zum Abendessen an. Zum Glück waren am Ende so viele übrig, dass jeder am nächsten Morgen noch welche zum Frühstück abbekam.
Beim Abendessen wurde dann den Kindern mitgeteilt, dass sie soeben einen Chaostag erlebt hatten.

Freitag 5. August
Am Freitag machten wir einen Ausflug nach Ratzeburg. Dort konnten die Kinder in Kleingruppen durch die Stadt schlendern und etwas von ihrem Taschengeld ausgeben, wozu bislang noch nicht so die Gelegenheit bestand. Währenddessen genossen die Gruppenleiter ein wenig Freizeit in einem nahe gelegenen Cafe und suchten nach passenden Aufnähern für die Kluft, die sie aber nicht fanden.
Abends ging es an die Versprechensvorbereitung. Die Kinder, die noch kein Halstuch bekommen hatten, sollten sich überlegen, wie sie sich selbst verbessern und was sie für die Gruppe in Zukunft einhalten wollten. Im Gegenzug dazu bereitete auch die bestehende Gruppe ein Gegenversprechen vor, bei dem sie überlegten, was sie sich selbst in der Gruppe wünschten und was sie als Gruppe gegenüber den Verprechern einhalten wollten. Danach aßen wir recht früh zu Abend, da kurz darauf Sebi, einer unserer Vorstandsvorsitzenden, vorbei kam, um den Kindern offiziell und in einem wie immer feierlichen Rahmen beim Lagerfeuer ihr Versprechen abzunehmen.
Danach ließen wir den Abend noch gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Als es dann dunkel wurde und nur noch die Gruppenleiter und die zwei von der Bannerwache am Feuer saßen, kamen plötzlich sehr merkwürdige Geräusche aus dem Wald. Während sich die Leiter davon machten, um „noch etwas in der Küche zu erledigen“, wurden leider genau in diesem Moment klammheimlich unsere Banner vom Mast abgenommen. Als die Bannerwache dies bemerkte, entbrannte ein riesiges Chaos und alle wurden geweckt und aus den Zelten gezerrt, um gegen die Bösewichte zu bestehen. Am Ende mussten sich die Angreifer geschlagen geben. Dabei stellte sich heraus, dass es bekannte Gesichter aus unserem Stamm, darunter Sebi, ein paar Rover und ein paar Leiter gewesen sind. Nach dem glorreichen Sieg gingen die Wös munter schlafen und die Angreifer mussten mit leeren Händen von dannen ziehen.

Samstag 6. August
Nach dieser spannenden Nacht gönnten wir uns zur Beruhigung ein ausgewogenes Frühstück mit O-Saft und Rührei. Damit alle kurz vor Ende der Fahrt noch einmal den Feuergeruch aus den Haaren bekamen, besuchten wir nach langer Suche und Scheitern beim Ratzeburger Hallenbad ein Schwimmbad in Mölln.
Zurück auf dem Platz bauten wir, damit es am Sonntag schneller ging und die Zelte zu 100% trocken eingepackt wurden (ist uns nicht gelungen), den Großteil unseres Lagers ab und verstauten ihn schon einmal im Bulli. Abends saßen wir dann doch wieder am Lagerfeuer und ließen uns einräuchern.

Sonntag 7. August
Nach einem fixen Frühstück und dem Schmieren von Lunchpaketen machten wir kurz vor Aufbruch in die Heimat eine Reflektion vom ganzen Lager. Danach ging es wieder mit Bulli und Bahn zurück nach Norderstedt.
Nach einem sehr spaßigen aber auch anstrengenden Lager ging es dann für alle schnellstens ins Bett. Insgesamt hat es allen sehr gefallen, die Gruppe ist deutlich zusammengewachsen und es kamen sogar sehr liebe Rückmeldungen von den Eltern, dass die Kinder erst einmal alle Erfahrungen erzählen mussten und es richtig toll fanden.
Obwohl es für alle auch das erste Lager war, hatten wir nur einmal ganz kurz ein Kind, was mit Heimweh zu uns kam.


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